Der Boden hat vielerlei Funktionen für den Baum und ist ausschlaggebend für dessen Wachstum und Stand. Aber Boden ist nicht gleich Boden! Je nach Region ist der Boden unterschiedlich zusammengesetzt. Und selbst auf einem Grundstück ist der Boden nicht an jeder Stelle derselbe. Daher sollte vor der Baumpflanzung die Bodenbeschaffung untersucht werden und gegebenenfalls verbessert werden.
Grundsätzlich ist der Boden aus drei verschiedenen Bodenelementen zusammengesetzt.
- Sand (gröbste Korngröße)
- Schluff
- Ton (feinste Korngröße)
- Lehm (Gemisch aus Sand, Schluff und Ton)
Dabei hat jedes der Bodenelemente seine eigenen Vor- und Nachteile.
- sandiger Boden lässt sich beispielsweise sehr gut bearbeiten. Im Hinblick auf die Bewässerung gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen. Zwar ist die Bewässerung sandigen Bodens auf Grund seiner Lockerheit sehr einfach und sandiger Boden ist auch gut durchlüftet. Bei längerer Trockenheit und seltenen Platzregen neigt Sandboden aber dazu, auch gegenteilige Eigenschaften zu entwickeln. Denn nach langen Trockenperioden mit starken Platzregen wird die Oberfläche von Sandboden sehr hart und wasserundruchlässig. Die Fähigkeit der Nährstoffspeicherung ist bei Sandboden sehr schlecht. Sandboden hat eine gute biologische Aktivität. Der Vorteil des Sandbodens ist seine gute Bearbeitung und die sehr gute Durchwurzelbarkeit; der Sandboden-Nachteil ist seine schlechte Wasser- und Nährstoffspeicherung.
- Schluffiger Boden speichert im Gegensatz zu Sandboden zwar besser Nährstoffe und Wasser. Für einen jungen Obstbaum aber immer noch zu wenig. Schluffboden lässt sich auch gut bearbeiten, seine Durchlüftung ist hingegen aber schlecht. Schluffboden hat aber im Gegensatz zu Sand- und Tonbonden einen entscheidenden Vorteil. Auch nach längeren Trockenperionden verschließt sich seine Oberfläche nicht, da er zu Rißbildung neigt. Daher hat Schluffboden immer eine offene Oberfläche, wodurch eine Wassernachlieferung sehr einfach ist.
- Tonboden speichert sehr gut Wasser- und Nährstoffe. Die Durchwurzelbarkeit bei Tonboden ist aber schlecht beziehungsweise bei reinem Ton nicht gegeben. Auch ist die Wassernachlieferung im Gegensatz zu Sand- und Schluffboden sehr schlecht. Tonbonden hat die schlechteste biologische Aktiviät.
"Den" Lehmboden gibt es im Gegensatz zu einem reinen Sand-, Schluff- oder Tonboden nicht. Den die Definition eines Lehmbodens ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton.
Vor der Pflanzung eines Obstbaums sollte daher eine Bodenuntersuchung erfolgen. Mithilfe dieser Bodenuntersuchung sollte untersucht werden, welche Bodenelemente am Pflanzort dominieren. Anschließend sollte die Veredelungsunterlage anhand des Bodens gewählt werden. Weiter kann bei schlechtem Boden auch der Boden in der Pflanzgrube gezielt durch Beimischung fehlender Elemente verbessert werden.