Veredelungsunterlage: So groß wird ein Baum

Veredelungsunterlage entscheidet über Baumhöhe und -lebensalter

Egal ob Ihr Hausgarten 50 oder 1.000 Quadratmeter groß ist, für mehrere ausgewachsene große Bäume wird dieser Garten zu klein sein. Möchten Sie dennoch Ihre eigene Obstplantage in Ihrem Garten haben, können Sie diese Fragestellung über die Wahl der richtigen "Unterlage" lösen.

Unterlage

Die meisten Obstbäume bestehen aus zwei verschiedenen Obstsorten: Eine Obstsorte für die Wurzeln und den Stamm und eine andere Sorte für die Äste und Früchte.

Die Obstsorte für die Wurzeln und Stamm wird als "Pflanzunterlage" bezeichnet. Die Sorte der Äste und Früchte wird als "Edelsorte" bezeichnet. Das Zusammenfügen beider Sorten wird als "Veredeln" bezeichnet. Das Motiv hierbei ist, dass die Sorten von gutschmeckendem Obst grundsätzlich immer sehr hohe und oft auch krankheitsanfällige Bäume bilden. Das Obst der Unterlagen hingegen ist selten genießbar, der Höhenwuchshöhe und Resitzenz der Unterlagenpflanze aber für den Pflanzort perfekt. 

Mithilfe der Veredelung werden dann die Eigenschaften beider Sorten kombiniert.

So gibt die Unterlage Wuchshöhe, Bodenschädling- und Bodenfrost-resistenz vor. Die Edelsorte die Fruchtsorte als solche. Welche Veredelungsmethode hierbei gewählt wird, hat hier keine Bedeutung.

Sortenvermehrung nur über Veredelung möglich

Weiter ist durch das Veredeln sichergestellt, dass auch eine bestimmte Sorte vermehrt wird. Obst ist grundsätzlich nicht samenfest. Das heißt, stecken Sie beispielsweise  einen Obstkern in den Boden und ziehen Sie aus diesem Kern einen Baum, trägt der Baum später andere Früchte. Nicht dieselbe Sorte, die Sie gepflanzt haben, sondern eine neue Sorte. Ob diese neue Sorte schmackhaft oder nicht ist, alternieret oder nicht, wissen Sie dann erst nach ein paar Jahren.

Nur gleiche Sorten miteinander veredelbar

Bei der Veredelung ist wichtig, dass Sie nur Sorten gleicher Gattung miteinander veredeln. Es kann daher nur ein Apfel auf eine Apfelunterlage und eine Kirsche auf eine Kirsche veredelt werden. Lediglich bei sehr genetisch sehr verwandten Sorten ist eine sortenübergreifende Veredelung möglich. Dies ist der Fall bei Birnen, die auch auf Quitten und bei Aprikosen und Pfirsichen, die auch auf einige Pflaumen veredelt werden können.

Die beste Unterlage - gibt es nicht

Auch gibt es keine "beste Unterlage". Die Unterlagen werden gezielt nach den Beschaffenheiten des Pflanzorts gewählt. Soll beispielsweise im kühleren Berlin mit seinen Sandböden ein kleiner Apfelbaum gepflanzt werden, so sollte hier eine andere Unterlage als im warmen Süddeutschland mit seinen Lehmböden gewählt werden. Beim Berliner Sandboden sollte auch für einen schwachwachsenden Baum eine mittelstarke Unterlage für Sandboden gewählt werden, in Süddeutschland eine schwachwachsende Unterlage.

Fazit

Eine Veredelung ist notwendig, da schmackhafte Edelsorten nicht über Direktsaat vermehrt werden kann und Edelsorten meist sehr starkwachsend sind. Über die Veredelungsunterlage kann die Wuchshöhe gewählt werden und der zu pflanzende Baum an den Standort angepasst werden. Durch die Unterlage können Sie also direkt vorgeben, ob ihr zukünftiger Lieblingsbaum 3 oder 12 Meter groß wird - mit derselben Sorte.

 

 

 

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