Obstbaum-Wunden können aus verschiedenen Gründen entstehen: nach einem Sturm bricht ein Ast, schlechte Baumschnitte verheilen nicht oder beschädigen umliegende Äste. Oder Wild und Vieh knappern an der Rinde.
Bäume stellen selbst einen aktiven und passiven Wundschutz.
Aktiver Wundschutz
Bei einer Baumwunde versucht der Baum durch Kallusneubildung die Wunde zu verschließen. Ist durch die Wunde ein Fremdkörper oder Pilz in den Baum eingedrungen, versucht der Baum diesen abzustoßen. Aktiver Wundschutz bezieht sich auf Jungholz und Splintholz.
Passiver Wundschutz
Der Baum schützt sein Kernholz durch baumeigene Fungizide vor Befall. Dieser Prozess ist durch die Verfärbung des Kernholzes erkennbar. Durch die baumeigenen Fungizide kann dieses Holz nur schwer befallen werden.
Wundbehandlung
Neben dem eigenen Wundschutz, können Sie die Wundheilung des Baums auch erleichtern und fördern. Hierbei wird ebenfalls zwischen aktiver und passiver Wundbehandlung unterschieden.
Das Ziel der aktiven Wundbehandlung ist die Wunde zu reinigen und den Baum dazu zu animieren, die Wunde mit neu gebildetem Kallus zu überwallen. Dies wird erreicht, indem die Wunde mithilfe eines Schnitzmessers von Unebenheiten befreit wird, so dass die Kallusüberwallung nicht behindert wird. Andernfalls stoppt die Kallusüberwallung an Widerständen. Die aktive Wundbehandlung findet im Spätfrühjahr und Frühsommer statt.
Bei der passiven Wundbehandlung wird die Wunde mit Lehm versiegelt. Lehm hindert zum einen das Eindringen von Schädlingen/Sporen, hält die Wunde feucht und wirkt auch antiseptisch.